Barrierefreie Untertitel für Filme im Internet.

Warum Untertitel?

Es liegt an der “Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung” (BITV), dass staatliche Informationsanbieter ein Interesse an Untertiteln im Internet haben.
Die nachfolgenden Statistik verdeutlicht, warum auch nicht gesetzlich verpflichtete Anbieter von der Ergänzung ihrer Multimedia-Inhalte mit zeitgleich ablaufenden Untertiteln profitieren.

Statistik

Nach Angaben des “Deutschen Schwerhörigenbund e.V.” leben in Deutschland ungefähr 14 Millionen Hörgeschädigte. Dies ist der Oberbegriff für die sehr unterschiedlichen Untergruppen “Schwerhörige”, “Ertaubte” und “Gehörlose”.

Schwerhörige sind mit schätzungsweise 13,8 Millionen Menschen entsprechend 98% die größte Gruppe unter den Hörgeschädigten. Hiervon haben ca. 6 Millionen Menschen eine derart gravierende Hörminderung, dass Hörgeräte bzw. im Internet alternativ eine textliche Darstellung der akustischen Informationen in Filmen, notwendig sind.

Das Gesetz und die Untertitel

Anforderung 1 der BITV
“Für jeden Audio- oder visuellen Inhalt sind geeignete äquivalente Inhalte bereitzustellen, die den gleichen Zweck oder die gleiche Funktion wie der originäre Inhalt erfüllen.”

Damit die Inhalte von Multimedia-Filmen für gehörlose und blinde Menschen zugänglich sind, müssen Untertitel bzw. Audiodeskriptionen bereitgestellt werden. Multimedia wird laut dem Glossar der BITV wie folgt definiert:

Glossar der BITV
“Die Verbindung mehrerer Medien wie Text, Bild, Ton oder dreidimensionaler Simulation zu einer geschlossenen elektronischen Präsentation.”

Ein zusätzlicher Aspekt zum Thema Multimedia, die synchrone Darstellung der Inhalte, wird durch die Bedingung 1.4 definiert:

Bedingung 1.4 der BITV
“Für jede zeitgesteuerte Multimedia-Präsentation (insbesondere Film oder Animation) sind äquivalente Alternativen (z.B. Untertitel (…) der Videospur) mit der Präsentation zu synchronisieren.”

Es muss also nicht nur ein gleichwertiger Ersatz für die akustischen Inhalte zur Verfügung gestellt werden, eine synchrone Präsentation wird ebenfalls gefordert.

Bedingung 3.1 der BITV
“Soweit eine angemessene Markup-Sprache existiert, ist diese anstelle von Bildern zu verwenden, um Informationen darzustellen.”

Aus der Bedingung 3.1 folgt, dass mit einem Videoschnittprogramm binär eincodierte Untertitel nicht barrierefrei sind. Es gilt das Prinzip der Trennung von Film und Text als jeweils eigenständige Datei.

Quelle: www.untertitel.it

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